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Neue Technologien für die FIFA Fussball-WM

Neue Technologien für die FIFA Fussball-WM

Von Zeit zu Zeit gibt es in der Sportwelt einen technischen Durchbruch, der verändert, wie wir den Sport selbst wahrnehmen. Technologie, die einst so fortschrittlich schien – und manchmal umstritten war – integriert sich und wird ganz selbstverständlich.

Nehmen wir Tennis als Beispiel: Die Spannung der Hawk-Eye-Technologie ist heute ebenso Teil des Wimbledon-Erlebnisses wie das Grunzen beim Aufschlag oder ein Blick auf David Beckham im Publikum. Dasselbe gilt für die Torlinien-Technologie im Fußball und eigentlich schon seit Einführung des „Fotofinish“ beim Pferderennen in den 1940er- und 50er-Jahren.

Die Technologie verändert ständig das Gesicht des Sports, und wird – welche Überraschung — nirgendwo sonst so heftig diskutiert wie beim beliebtesten Sport der Welt: Fußball. Das größte Fußballereignis der Welt, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft, ist die Bühne, auf der die besten und intelligentesten Technologien Millionen von Menschen vorgestellt werden. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland und der Frauen-Weltmeisterschaft 2019 in Paris veränderten neue Technologien das Spiel, das Erlebnis und die Abläufe hinter den Kulissen.

Videoassistent (VAR)

Sogar neben Größen wie Kylian Mbappe war der Videoassistent (VAR) der am meisten erwartete Neuzugang bei der Weltmeisterschaft 2018. Die VAR-Technologie wird eingesetzt, um den Schiedsrichter bei spielentscheidenden Entscheidungen zu unterstützen. Das System arbeitet mit einem dreistufigen Prozess, bei dem die Offiziellen einen VAR-relevanten Vorfall erkennen, ihre Ansicht mitteilen (unterstützt durch eine Technologie, die es dem Schiedsrichter ermöglicht, digitales Filmmaterial des Vorfalls zu überprüfen) und dann eine endgültige Entscheidung treffen.

Ganz gleich, ob man die zusätzliche Ebene der Kontrolle schätzt oder nicht, VAR hat in Russland alles verändert, von der Atmosphäre auf dem Spielfeld bis hin zur Art und Weise, wie die einzelnen Spieler spielten (überleg’ Dir das lieber nochmal mit Deiner Schwalbe, Ashley Young, VAR schaut zu...). Und das wird auch so bleiben, denn die FIFA hat VAR auch 2019 bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Paris eingesetzt – das erste Mal, dass diese Technologie bei einem nationalen oder internationalen Frauenwettbewerb eingesetzt wurde.

eSIM-Sicherheit

Abseits des Spielfelds verändert die Technologie die Art und Weise, wie die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft hinter den Kulissen abläuft – vor allem, hinsichtlich der Medien. Bei solchen Großveranstaltungen ist die Konkurrenz unter den Sendern sehr hoch. Alle wollen das beste Material und die besten Nachrichten. Wenn es um so viel geht, kann die Übertragung großer, wertvoller Datenmengen zum Problem werden – zumal Journalisten dafür üblicherweise ungesicherte ausländische SIM-Karten verwenden. Doch im vergangenen Jahr haben viele der größten Sender der Welt eine neue Lösung gefunden: eSIM.

eSIM (oder embedded SIM) macht physische Plastik-SIM-Karten überflüssig. Alle wichtigen Informationen werden über Funk von einem einzigen Anbieter gespeichert und sicher aufbewahrt – und zwar zu Hause. Als führendes Unternehmen in der Entwicklung der eSIM-Technologie hat Truphone bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Russland mit einigen der weltweit größten Sportsender zusammengearbeitet und gewährleistet, dass alle Aufnahmen, Inhalte und Gespräche sicher waren, und die Medien gleichzeitig mit dem Live-Geschehen verbunden blieben.

Wearable Technology

2018 wurde in Russland zum ersten Mal bei einer Fußball-WM Wearbable Technology zugelassen. Elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssysteme (EPTS) wurden eingeführt, um direkte Datenverbindungen von den Spielern zu den Trainern zu ermöglichen. EPTS wurde in Russland genutzt, um den Mannschaften Echtzeit-Zugang zu Filmmaterial und Spielerstatistiken zu ermöglichen. Die Technologie wurde genutzt, um die Verletzungsgefahr von Spielern zu verringern und die Leistung insgesamt zu verbessern.

Wie bei VAR ist die Notwendigkeit von EPTS im Spiel bei Fans und Spielern gleichermaßen umstritten. In einem Interview mit Engadget sprach der Sekretär des International Football Association Board (IFAB), Lukas Brud, über diese Technologie: „Das Ganze beunruhigt mich ein wenig, denn wenn die Daten sagen, dass man Scheiße spielt, man aber trotzdem mehr Tore schießt als alle anderen, wie kann man dann die Leistung des Spielers wirklich beurteilen?“

Es gibt einen Grund, warum wir sagen, dass diese Technologien „gerade erst entstehen“. Sie befinden sich noch im Anfangsstadium – und in einem so beliebten Spiel werden sie nicht immer mit offenen Armen empfangen. Aber wie zuvor beim Tennis und im Pferdesport gehen wir davon aus, dass der Technologie eine große Rolle bei der Modernisierung des Spiels zukommen und nicht so bald wieder ausgewechselt wird.

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